Du kennst das: Der Esstisch ist schon mit Post, Laptop, Ladekabeln und dem halb vollen Wasserglas belegt, daneben wartet das Frühstücksgeschirr und irgendwo dazwischen soll noch konzentriertes Arbeiten stattfinden. In kleinen Wohnungen ist der Arbeitsplatz oft kein eigener Raum, sondern ein Zustand: Er taucht morgens auf und muss abends wieder verschwinden. Genau deshalb lohnt es sich, beim Thema Schreibtische für kleine Wohnungen nicht an den „irgendein Tisch geht schon“ Moment zu glauben, sondern nach Lösungen zu suchen, die wirklich zu deinem Grundriss, deinem Alltag und deinem Stil passen.
In diesem Artikel geht es nicht um allgemeine Homeoffice-Tipps, sondern um die besten Schreibtischoptionen und flexiblen Arbeitsflächen, die in kleinen Wohnungen funktionieren: von Wandklapp- und Sekretärlösungen über Nischen- und Ecklösungen bis hin zu rollbaren Arbeitsstationen, die du nach Feierabend einfach wegschiebst.

1. Klapp-Schreibtische: wenn dein Arbeitsplatz wirklich verschwinden soll
Klapp-Schreibtische sind für kleine Wohnungen oft die konsequenteste Lösung: Du bekommst eine definierte Arbeitsfläche, ohne dauerhaft Stellfläche zu verlieren. Diese Varianten sind besonders stark:
Wandklapp-Schreibtische mit integrierter Ablage
Hier klappt eine Platte herunter und darüber sitzt ein schmales Regal: perfekt für Laptop, Notizbuch, eine kleine Leuchte und das, was du nicht ständig wegräumen willst. Achte auf eine Tiefe von ungefähr 40 bis 50 cm: Das reicht für einen Laptop plus Maus, wirkt aber nicht wie ein „Tisch im Raum“.
Wandklapp-Schreibtisch mit Türen
Wenn du willst, dass dein Homeoffice visuell komplett verschwindet: Modelle mit Türen, die im geschlossenen Zustand wie ein flacher Wandschrank oder ein Sideboard wirken. Ideal im Wohnbereich, wenn du abends nicht auf Papierstapel oder deinen Monitor schauen möchtest. (Werbung – Bei Klick auf das jeweilige Bild gelangst du zu La Redoute*):
Klapp-Schreibtisch als Teil eines Regals
Manche Systeme kombinieren eine Klappfläche mit Hochschränken oder Regalbrettern. Das ist spannend, wenn du ohnehin Stauraum brauchst: Du bekommst Arbeitsplatz und Ordnung an einem Ort, statt einen separaten Tisch „unterzubringen“.
Schmale Konsolen-Klappflächen im Flur oder Durchgang
Selbst ein Flur mit 90 bis 110 cm Breite kann eine schmale Klappfläche tragen, die du nur bei Bedarf nutzt. Mit einer schlanken Wandleuchte und einer kleinen Kabeldurchführung wirkt das erstaunlich „richtig“ und nicht improvisiert.
Flexibler Klapp-Schreibtisch
Wenn du deinen Schreibtisch nur temporär nutzt und danach komplett aus dem Weg räumen möchtest, dann bieten sich flexible Klapp-Schreibtische an, die du einfach irgendwo in einer Ecke lagern kannst und nur dann aufstellst, wenn du sie benötigst (Werbung – Bei Klick auf das jeweilige Bild gelangst du zu Amazon*):
Wichtig bei Wandklapp-Lösungen: Plane von Anfang an eine Stromlösung: Steckdose in Nähe, Kabelkanal oder flache Leiste. Die beste Platte bringt wenig, wenn dein Setup täglich zum Kabelchaos wird.
2. Sekretäre neu gedacht
Sekretäre haben einen Vorteil, den viele klassische Schreibtische nicht bieten: Sie sind Möbel und Arbeitsplatz zugleich. In kleinen Wohnungen ist genau diese Doppelrolle Gold wert, weil der Raum nicht dauerhaft nach Büro aussehen muss. Diese Sekretärtypen funktionieren besonders gut:
Schlanker Hochsekretär mit Klappfront
Ein hochgebautes, eher schmales Möbel: oben Arbeitsfläche hinter einer Klappe, darum herum Regalfläche. Du nutzt weniger Bodenfläche als bei einem klassischen Schreibtisch, bekommst aber Struktur und Stauraum (Werbung – Bei Klick auf das jeweilige Bild gelangst du zu La Redoute*):
Sekretär als Raumteiler
Ein Sekretär lässt sich auch selbst als Raumteiler verwenden. Damit das funktioniert, musst du darauf achten, dass der Sekretär eine gut gearbeitete Rückseite hat, und zudem stabil genug ist, um frei im Raum zu stehen.
3. Nischen gekonnt nutzen
Viele kleine Wohnungen haben diese Stellen, die nie richtig genutzt werden: eine Ecke neben dem Fenster, ein Vorsprung im Grundriss, eine Wand zwischen Tür und Regal. Genau dort entstehen die überzeugendsten Arbeitsplätze: weil sie nicht „in den Raum gestellt“ wirken, sondern als Einbauidee.

Konkrete Nischenlösungen:
Fensterbank als Arbeitsplatte verlängern
Wenn deine Fensterbank stabil genug ist oder du sie mit einer Platte erweitern kannst: eine durchgehende Linie am Fenster ist optisch leicht, bringt Tageslicht und wirkt sofort wie ein bewusster Arbeitsplatz. Praktisch ist eine Tiefe von 45 bis 55 cm. Dazu passt ein schlanker Stuhl oder ein Hocker, der komplett unter die Platte rutscht.
Nischenplatte zwischen zwei Schränken
Du stellst zwei hohe Elemente oder Regale links und rechts, dazwischen eine Platte als Arbeitsfläche. Das funktioniert im Schlafzimmer ebenso wie im Wohnraum. Du bekommst gleichzeitig Ablageflächen und einen klar abgegrenzten Bürobereich.
Stauraumwand mit integriertem Schreibtisch
Eine Stauraumwand mit in einer Nische integriertem Schreibtisch bündelt Arbeiten und Aufbewahren in einer klaren Fläche. Diese Lösung kann besonders ruhig wirken, weil der Schreibtisch nicht als einzelnes Möbel auftritt, sondern Teil einer durchgehenden Wandgestaltung ist.

4. Eck-Schreibtische: auf wenig Fläche viel Arbeitsgefühl schaffen
Ecken sind in kleinen Wohnungen oft ungenutzt, weil klassische Möbel dort klobig wirken. Ein guter Eck-Arbeitsplatz kann aber genau das Gegenteil: Er nutzt Flächen, die sonst leer bleiben, und schafft ein konzentriertes Setting. Die besten Eck-Optionen:
Abgrundete Eck-Schreibtische
Abgerundete Eckschreibtische wirken in kleinen Wohnungen besonders ruhig, weil sie harte Kanten vermeiden und den Raumfluss nicht unterbrechen. Modelle mit sanft gerundeter Front integrieren sich deshalb natürlicher in Wohnräume als klassische rechtwinklige Ecklösungen (Werbung – Bei Klick auf das jeweilige Bild gelangst du zu La Redoute*):
L-Form für Computer plus Ablagebereich
Eine L-Form gibt dir Platz für Computer und daneben eine freie Zone für Unterlagen oder Skizzen. In kleinen Wohnungen ist das angenehmer, weil du nicht ständig umräumen musst.
5. Rollbare Arbeitsstationen: ideal, wenn dein Alltag ständig wechselt
Wenn du tagsüber arbeitest, abends kochst, Sport machst oder dein Wohnraum schnell umgebaut werden muss: Dann ist ein rollbarer Schreibtisch oder eine mobile Arbeitsstation oft die beste Antwort.

Das funktioniert besonders gut:
Höhenverstellbarer Schreibtisch mit Rollen
Ein höhenverstellbarer Schreibtisch mit Rollen ist ideal für kleine Wohnungen, weil er sich flexibel an unterschiedliche Arbeitssituationen anpassen lässt und keinen festen Platz blockiert. Du kannst ihn je nach Bedarf verschieben, im Stehen oder Sitzen nutzen und nach der Arbeit einfach aus dem Sichtfeld rollen.
C-Tisch auf Rollen
Ein C-Tisch fährt unter Sofa oder Bett und wird zur Arbeitsfläche für Laptop. Perfekt für kurze Sessions, E-Mails, Organisation. So entsteht ein „Micro Office“, das du danach wegschiebst. Noch besser, wenn der Tisch sogar höhenverstellbar ist.
Mobile Workstation als schmaler Wagen
Ein Wagen mit mehreren Ebenen: oben Laptop, unten Technik, Kabel, etc. So hast du eine Arbeitsstation, die dir tagsüber genug Platz bietet, und die du abends einfach in die Ecke parkst.
6. Schreibtisch und Stauraum kombinieren
In kleinen Wohnungen ist ein Schreibtisch, der auch Stauraum bietet, oft stärker als zwei getrennte Möbel. So sparst du Stellfläche und reduzierst visuelles Chaos. Durchdachte Kombis:
Schreibtisch mit seitlichem Regal: Stauraum und Raumteiler in einem
Einseitig Regal, andere Seite Beinfreiheit: Du bekommst Ablage für Ordner und Technik, aber bleibst flexibel beim Sitzen. Zudem kannst du die Schreibtisch-Regalkombination so stellen, dass sie als Raumteiler dient.
Schreibtisch mit Schubladen
Aus einer Holzplatte und einem oder zwei Schubladenelementen kannst du dir mit relativ geringem Aufwand einen passgenauen Schreibtisch bauen. Beliebt ist dafür zum Beispiel das „Alex“-Schubladenelement von Ikea.
Extra-Tipp: Reserviere eine der Schubladen bewusst dafür, abends den Laptop und Kabel, etc. verschwinden zu lassen. So wirkt der Raum gleich viel aufgeräumter.

7. Arbeitsplatz in andere Möbel integrieren
Nicht jeder braucht einen eigenen Tisch nur fürs Arbeiten. Wenn dein Setup eher laptopbasiert ist, kannst du Arbeitsfläche in vorhandene Möbel integrieren, ohne dass es nach Kompromiss aussieht. Gute Optionen:
Konsole als Schreibtisch im Wohnbereich
Eine Konsole mit 35 bis 45 cm Tiefe wirkt wie ein Gestaltungsmöbel, kann aber mit einem guten Stuhl zur Arbeitsfläche werden. Vorteil: Sie passt an Wände, wo ein Schreibtisch zu präsent wäre.
Sideboard mit ausziehbarer Platte
Es gibt Möbel mit ausziehbaren Arbeitsplatten: geschlossen wirkt es wie Stauraum, ausgezogen wie ein Schreibtisch. Gleichzeitig auch als Esstisch nutzbar. Perfekt für Wohnräume, in denen ein sichtbares Büro nicht gewünscht ist.
Aber bitte beachte: Solche Tische sind üblicherweise ein paar Zentimeter höher als ein durchschnittlicher Schreibtisch. Bist du kleiner, kann es sein, dass du für eine ergonomische Arbeitshaltung neben einem höhenverstellbaren Stuhl einen kleinen Hocker benötigst, damit du deine Beine optimal im 90°-Winkel aufstellen kannst.
Couchtisch mit Arbeitsfunktion
Höhenverstellbare oder anhebbare Couchtische: gut für kurze Laptopzeiten oder wenn du einen zweigeteilten Abend willst, halb Sofa, halb Laptop. Kombiniere das unbedingt mit einem Sitzkissen oder einer Rückenstütze, sonst merkst du es am nächsten Tag…
Diese Lösungen sind dann stark, wenn du sie bewusst gestaltest: eine Tischleuchte, eine schöne Ablage, ein Stuhl, der zum Raum passt. So wird aus „ich arbeite am Tisch“ ein echter Arbeitsplatz.
8. Hilfsmittel für flexibles Arbeiten
Was mich angeht, arbeite ich eigentlich am liebsten auf dem Sofa oder im Bett, auch wenn das auf Dauer natürlich für den Rücken gar nicht gut ist. Aber die Abwechslung macht es… Entsprechend habe ich hier noch ein paar Optionen für flexibles Arbeiten herausgesucht.

Höhenverstellbarer Laptop-Tisch
Ein Laptop-Tisch eignet sich zwar nicht dauerhaft als Arbeitstisch, aber bietet Abwechslung, falls du keinen höhenverstellbaren Schreibtisch hast und mal woanders arbeiten möchtest. Die einfacheren Modelle bieten sich vor allem für die Arbeit auf dem Bett oder dem Sofa an.
Möchtest du den Tisch auch als Aufsatz verwenden, um deinen Schreibtisch, Esstisch, oder auch die Fensterbank temporär zum Stehtisch zu machen, dann achte darauf, dass sich die Höhe so weit verstellen lässt, wie du es für deine Körpergröße benötigst, um gut daran arbeiten zu können (Werbung – Bei Klick auf das jeweilige Bild gelangst du zu Amazon*):
Laptopkissen
Wer den Laptop gerne einfach auf den Oberschenkeln abstellt, kann von einem Laptopkissen sehr profitieren. (Werbung – Bei Klick auf das jeweilige Bild gelangst du zu Amazon*):
9. Schreibtisch stilistisch integrieren anstatt verstecken
Anstatt den Schreibtisch möglichst neutral zu wählen, kannst du dich auch für ein besonderes Stück entscheiden, das sich nicht verstecken muss, sondern das Design des Raums stilistisch ergänzt.

Schreibtische mit besonderem Design
Entscheidend sind Proportion, Oberfläche und Linienführung: Ein Schreibtisch wirkt dann integriert, wenn er die Materialität und Formensprache des Raums aufgreift. Holzton, Farbe oder Oberfläche sollten sich an bestehenden Möbeln orientieren. Verwendest du in deiner Einrichtung zum Beispiel runde Formen, so darf auch der Schreibtisch gerne abgerundet sein.
Hier ein paar stilistisch spannende Beispiele (Werbung – Bei Klick auf das jeweilige Bild gelangst du zu La Redoute*):
Secondhand statt Neukauf: Schreibtische mit Geschichte
Der nachhaltigste Schreibtisch ist aber der, den du gar nicht neu kaufst. Viele gut proportionierte und besondere Tische mit Geschichte lassen sich gebraucht finden und passen genauso in kleine Wohnungen wie neue Modelle. Auf Plattformen wie kleinanzeigen.de, eBay, oder lokalen Secondhand-Portalen wie nebenan.de findest du üblicherweise eine große Auswahl an Schreibtischen, Konsolen und Esstischen, die sich als Arbeitsfläche nutzen lassen. Das spart Ressourcen und oft auch Geld, und führt zu persönlicheren Lösungen als ein Neukauf.
Wandgestaltung bewusst einsetzen
Wenn der Schreibtisch sichtbar bleibt, darf auch die Wand arbeiten:
- Eine ruhig gestrichene Fläche hinter dem Tisch
- ein schmales Wandboard exakt in Tischbreite
- eine einzelne Grafik oder Fotografie statt vieler kleiner Elemente

10. Details, die einen echten Arbeitsplatz ausmachen
Wenn du die passende Fläche gefunden hast, machen kleine Entscheidungen den Unterschied: ob der Platz ruhig wirkt, ob du konzentriert bleibst, ob du abends schnell aufräumen kannst.
Diese Accessoires lohnen sich fast immer:
- Kabelmanagement von Anfang an: Kabelkanal, Kabelclips, eine Mehrfachsteckdose, die du befestigen kannst. Ohne das wirkt selbst der schönste Sekretär nach Chaos.
- Leuchte statt Deckenlicht: Eine kleine Tischleuchte oder Wandlampe am Arbeitsplatz verändert die Stimmung sofort: konzentrierter, weniger „ich sitze irgendwo“.
- Vertikale Ablage statt Stapel: Ein schmales Wandboard, eine Magnetleiste, ein kleines Regal: lieber nach oben ordnen als auf der Platte stapeln.
- Eine definierte „Parkzone“ für Technik: Ein Korb, eine Schublade, eine Box: Laptop rein, Kabel rein, fertig. In kleinen Wohnungen ist genau das der Unterschied zwischen Arbeitsmodus und Feierabend.
Ich habe hier ein paar schöne und zugleich praktische Produkte für dich herausgesucht (Werbung – Bei Klick auf das jeweilige Bild gelangst du zu Amazon*):
Wenn du dir das einmal sauber einrichtest, fühlt sich deine Wohnung trotz Homeoffice nicht ständig wie ein Kompromiss an.
11. Bonus: Schreibtische für den Balkon
Bislang haben wir nur das Arbeiten am Schreibtisch innerhalb der Wohnung betrachtet. Aber was gibt es Schöneres, als bei gutem Wetter draußen in der Sonne zu arbeiten? Deshalb hier noch ein paar Schreibtische, die für draußen geeignet sind und am Balkon- oder Gartengeländer befestigt werden können (Werbung – Bei Klick auf das jeweilige Bild gelangst du zu Amazon*):
Wer keinen Balkon hat, kann immerhin mit Grünpflanzen ein bisschen Natur in die Wohnung bringen…

Fazit: Der beste Schreibtisch ist der, der zu deinem Alltag passt
Die besten Schreibtische für kleine Wohnungen sind nicht zwangsläufig die kleinsten, sondern die, die sich in deinen Tagesrhythmus einfügen. Wenn du abends alles verschwinden lassen willst: Wandklapp-Schreibtisch oder Sekretär. Wenn du eine Nische hast: nutze sie wie einen Einbau. Wenn dein Alltag ständig wechselt: rollbare Arbeitsstation oder Konsole als Doppelmöbel. Und wenn du mehr Ordnung brauchst: kombiniere Arbeitsfläche mit Stauraum, statt neue Möbel zu stapeln. Denn am Ende zählt, dass dein Arbeitsplatz zu dir und deinen Bedürfnissen passt.
Du suchst weitere Tipps zum Arbeiten auf wenig Platz? Dann interessiert dich vielleicht auch dieser Artikel zum Home-Office in kleinen Wohnungen.
Disclaimer: Manche Bilder in diesem Artikel wurden mit Hilfe von Grafikprogrammen wie Midjourney und Photoshop erstellt. Es handelt sich um Designkonzepte, was bedeutet, dass es die abgebildeten Produkte so nicht 1:1 zu kaufen gibt. Lass dich gerne zu einem DIY-Projekt inspirieren, indem du ein existierendes Produkt kaufst und es selbst anpasst und ergänzt. Alternativ kann dir auch ein Schreiner auf Basis eines der Fotos ein solches Produkt konzipieren und bauen.


















